Seit fast zwei Monaten ist Yourist.de nun online, das Portal für statistikinteressierte Juristen und Jurastudenten. Die Seite ist ein Projekt von zwei Jura-Absolventen und einem Webdesigner, daher bietet sie neben viel Inhalt auch ein schickes Design.
Als sehr gelungenes Beispiel für Datenjournalismus, bietet die Seite Statistiken zum 1. und 2. Staatsexamen und fast allen Schwerpunktbereichen. Eine Übersicht über die Qualität der Lehre sollen die Fakultätsrankings liefern.
Wer seine Sammlung an unnützem Wissen vergrößern will, kann übrigens auch bei Twitter @youristen folgen. 3.550 abgeschlossene Promotionen zum “Dr. iur.” war die bei Guttenbergs Verzicht auf denselben Zahl des Tages…
Die gesamte vergangene Woche war ich als Onlinejournalist für Bärlinale2011 in der Hauptstadt gewesen. Die journalistische Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung hat dort ein Multimediaseminar veranstaltet und von den 61. Internationalen Filmfestspielen berichtet.
Insgesamt 84 Artikel, 44 Videos sowie eine noch ungezählte Anzahl an Audioslideshows, Audiobeiträgen und Fotos wurden in der Zeit von den 14 Teilnehmern produziert. Ich habe als Technikassistent eine Einführung in digitales Storytelling gegeben, die Seite gestaltet und die Produktion technisch begleitet: Kamera- und Audioequipment sowie anschließender Schnitt (Wavelab und Edius).
Es war auf jeden Fall ein großartiges Seminar! Danke nochmal an alle Beteiligten!
Alice Schwarzer wird ihre Berichterstattung vom Kachelmann-Prozess für die BILD-Zeitung wohl erstmal unterbrechen müssen. Denn Kachelmanns Verteidiger, Johann Schwenn, hat beantragt, sie als Zeugin der Verteidigung zu vernehmen. Geklärt werden soll, ob sie Kontakt mit einem der Gutachter hatte.
Bis das Gericht über den Antrag entschieden hat, ist sie somit vor die Tür gesetzt. Jetzt ist sie schließlich nicht mehr “nur” Berichterstatterin, sondern auch mögliche Beteiligte am Verfahren. Wie Gisela Friedrichsen auf Spiegel Online feststellt:
Die Kommentatorin von “Bild” wird also den Prozess erst wieder beobachten können, wenn sie als Zeugin sagt, dass sie nichts sagt.
(siehe auch: Markus Kompa zum gleichen Thema, Update: Carsten Hoenigs Beitrag)
Datenjournalismus! Das große Schlagwort, welches momentan durch die Blogs geistert. Eigentlich eine Rückkehr zu den Wurzeln des Journalismus, Informationen verständlich aufzubereiten. In der heutigen Datengesellschaft aber noch viel mehr. Eine Mischung aus digitalem Storytelling, Infografiken, Datamining und vielen weiteren Buzzwords mit sehr lohnenswerten Ergebnis. Die Daten von Wikileaks, Behörden und Firmen liefert das Internet heute frei Haus. Es ist also an den Journalisten, sie zu sortieren. Eine Linkübersicht.
“[Journalism is] going to be about poring over data and equipping yourself with the tools to analyse it and picking out what’s interesting. And keeping it in perspective, helping people out by really seeing where it all fits together, and what’s going on in the country.”
Tim Berners-Lee
Einführung und Übersicht
- Lorenz Matzat in einem Gastbeitrag für Netzpolitik über Definition, Bedeutung und Anwendung des Datenjournalismus zwischen Multimedia-Journalismus und digitalem Storytelling: netzpolitik.org
- Maximilian Steinbeis über Datenjournalismus in der politischen Berichterstattung: politik-kommunikation.de
- Tobias Kut ohne Meinungsbeitrag aber mit umso besseren Links: tobiaskut.de
Anwendungsbeispiele
- Für seine Wikileaks-Auswertungen wurde er weltweit beachtet, hier veröffentlich der Guardian neueste Visualisierungen: guardian.co.uk/data
- Die wohl beste Zusammenstellung von Datenvisualisierung im Netz, eine Augenweide (ich liebe das Wort) zum Durchstöbern: informationisbeautiful.net
- Many Eyes ist das kostenlos und frei nutzbare Visualisierungssystem von IBM. Es gibt nichts annähernd so gutes derzeit auf dem Markt. ibm.com